Festschrift zum 25-jährigen Jubiläum

von Thomas Schilter

Inhaltsverzeichnis

„Musica Domestica Biochemica“ | Die Anfänge der „Musici Medici“ | Jugend und Aufbruch | Sturm und Drang | Erwachsenwerden | Älterwerden | Fünfundzwanzig Jahre | Günter Sauer – „spiritus rector“ | Die Dirigenten | Die Konzertmeister | Episoden | „Musici Medici“. Ein Jubiläumsgedicht | Chronik in Stichworten | Anhang | Werkeverzeichnis | Musikalische Kooperationen | CD-Aufnahmen | Mitgliederverzeichnis | Wichtige Spielstätten | Statistik | Schnappschüsse | Musici-Jubiläumsquiz

Ausschnitte

Jugend und Aufbruch (1984-88): Eine systematische Probenarbeit war bei inzwischen 20 Mitgliedern nur noch mit professioneller Anleitung möglich. Anfang 1984 übernahm Stefan Malzew, Dirigierstudent im dritten Studienjahr an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“, für eineinhalb Jahre die künstlerische Leitung des Orchesters. Kurz darauf begaben sich 19 Musici auf die 3. Ungarnreise. Auf dem Programm standen Konzerte im „Semmelweis“-Haus in Budapest und im DDR-Kulturzentrum in Tata, bevor es weiterging in Richtung Balaton. In Keszthely nahmen die „Musici“ als einziges ausländisches Orchester am Kulturfestival ungarischer Studenten teil. Stefan Malzew entpuppte sich als lockerer Typ. Die nachmittägliche Wanderung zum See absolvierte er im Anzug und wischte den Schmutz der Schuhe an seiner Konzerthose ab, ohne mit der Wimper zu zucken...

Älterwerden (2002-2006): Mit dem abnehmenden Anteil der Studenten sank die Zahl der Auftritte auf 19 im Jahre 2003. Die Eröffnung des Festabends der Gesellschaft für Paraplegie am 16.05.2003 im Sony-Center am Potsdamer Platz blieb vor allem wegen der katastrophalen Disziplin der Zuhörer in Erinnerung. Während die „Musici“ im Kaisersaal das 3. Brandenburgische Konzert spielten, demontierten die auf der Bühne spielenden Kinder der Kongreßteilnehmer ungehindert die Notenständer...

Sturm und Drang (1988-1992): 1988 bahnte sich erneut ein Wechsel des Dirigenten an. Bevor sich Jürgen Bruns, ein 22jähriger Violinstudent, für die „Musici“ entschied, nahm er das Orchester bei einer Probe in Augenschein. Diese fand in der Kongreßhalle im Haus des Lehrers statt, wo am 23.03.1988 die Jahrestagung der Hämatologischen Gesellschaft zu eröffnen war. Stärker als die Probe beeindruckte Jürgen allerdings die anschließende Heimfahrt mit Günter Sauer. Die defekte Gangschaltung seines Wartburgs zwang ihn dazu, immer erst ein Stück rückwärts zu fahren, um dann in den Vorwärtsgang umschalten zu können. Abenteuerlich schlängelte sich das Auto durch den hektischen Verkehr in der Innenstadt, begleitet von nervösen Hupkonzerten. Doch Jürgens Entschluss schien festzustehen...

Fünfundzwanzig Jahre: Die „Musici“ sind erwachsen geworden. Die inzwischen „dritte Generation“ der Musici hat keine Erinnerung mehr an die „Barock- Big-Band“ der 80er. Mit fünfunddreißig Mitspielern ist die Schallgrenze eines Kammerorchesters erreicht. War das typische „Musici“-Mitglied 1981 der ledige, kinderlose Medizinstudent, ist es heute die promovierte Ärztin mit durchschnittlich 1,6 Kindern und einer Verweildauer von 10 Jahren. Wer bei den „Musici“ heimisch geworden ist, nimmt Opfer auf sich, trotz Beruf, Familie und Wegzug ins Umland weiter dabei sein zu können...

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Steffen Heublein